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EIN PLATZ AN DER TAFEL

2016: Mikro-Kosmos Essen. Eine performative Installation, Bock auf Kultur-Festival, Jüdisches Museum Hohenems/ÖSTERREICH

Renate Burger / AMÚR Wien


„DIE COMTESE VON HOHENEMBS GIBT SICH DIE EHRE…“


Vorarlberg und das Rheintal sind seit jeher durch Wanderung und Zuzug von Menschen unterschiedlicher Herkunft in Bewegung. Viele „Fremde“ fanden hier Arbeit und Heimat, so mancher „Einheimische“ machte in der Ferne sein Glück. Mitgebracht haben all diese Menschen, ebenso wie die Menschen der aktuellen Flüchtlingswelle, die Küchen ihrer Ursprungsländer. Die Wahrnehmung und Beschreibung von Geschmack, die Kombination von Aromen, werden durch Herkunft und Essgewohnheiten geprägt. Geschmack ist daher auch ein Speicher unserer Empfindungen und Erinnerungen. Der Geschmack einer Speise kann einen im Nu in eine Zeit und an einen Ort zurückversetzen.


Rezepte aus den Kochbüchern der jüdischen Familie Landauer vom Gasthaus „Zur schönen Aussicht“/“Zur Schanet“, das einst zentraler Treffpunkt in Hohenems war, verbinden sich auf einer Tafel mit diversen anderen kulinarischen Einflüssen, die die Region prägen. Die Gestalt der Kaiserin Sisi, der Gräfin von Hohenembs, als Symbol der „ewig Wandernden auf Wegen, die alle Vergangenheit, alle Gegenwart und alle Zukunft einschließen“ findet sich nicht zuletzt als Verweis auf unsere modernen Existenzformen. BesucherInnen der Veranstaltung steuerten Rezepte ihres Sehnsuchtsortes in der Welt bei.

Fotocredits: Kochbuch von Nanette Landauer und von Liliaen Bollag (Adler) / Dokumentenarchiv Jüdisches Museum Hohenems

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